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    • Noemi, 31 Jahre 

      alleinerziehende Mutter zweier Kinder 

       

      Darum bin ich nach Zürich gekommen.

      In meinem Herkunftsland arbeitete ich in einer Bank, bis ich im Alter von 21 Jahren an Fibromyalgie erkrankte. Immer mehr Kunden wollten sich nicht mehr von mir bedienen lassen. Nach einem Jahr forderte mich die Bank auf, zu künden. Kein Anwalt wollte mir bei der Klage für meine Arbeitrechte helfen. Zwei Jahre lang war ich ohne Arbeit. Ich verkaufte alles, was ich mit viel Mühe, Hingabe und Studium erreicht hatte. Dann beschloss ich, in die Schweiz zu kommen, weil ich hier eine Familie hatte, von der ich dachte, dass sie mir helfen könnte. Aber als ich hier ankam, waren die familiären Beziehungen zerrüttet, und ich musste allein in einem Land anfangen, in dem ich niemanden kannte und in dem ich nur mit zwei Koffern ankam. Im Internet fand ich die Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich, die seither meine Familie ist.

      Meine Familie

      Ich habe zwei Kinder und eine Schwester, die in Zürich lebt, aber ich kann sie nicht oft sehen, weil ihr Mann nicht damit einverstanden ist, dass ich hier ohne Papiere lebe.

      Meine Kontakte zu Schweizer*innen

      Ja, ich habe Schweizer Freunde, viele in meinem Alter. Einige davon habe ich in den Schulen kennen gelernt, die meine Kinder besuchen. Ich habe auch spanisch sprechende Freunde, die legal hier leben, aber niemand kennt meine Situation. Sie wissen nicht, dass ich ohne Aufenthaltsbewilligung lebe.

      In meiner Freizeit ...

      Wenn wir Freizeit haben, gehen wir im Wald spazieren, spielen Fussball oder lesen, und wenn ich keine Schmerzen in den Händen habe, kann ich Fahrrad fahren.

      Meine Erwartungen an die Züri City Card

      Ich muss manchmal um 5 Uhr morgens zur Arbeit fahren, um pünktlich zu sein, und einmal ist mir ein betrunkener Mann gefolgt und hat versucht, mich im ÖV zu vergewaltigen. Zum Glück habe ich zwei ebenfalls betrunkene Leute gefunden, die mir geholfen haben. Leider konnte ich die Polizei nicht anrufen. 

      Mein grösster Traum

      Eine bessere Arbeit zu haben, bei der ich nicht so viel körperliche Kraft aufwenden muss und sich meine Gesundheit nicht weiter verschlechtert. Mein grösster Wunsch ist es, dass meine Kinder hier studieren können. Sie lernen hart und ich weiss, dass sie es schaffen können.

      Was mir an Zürich gefällt

      Der Zürichsee ist unser Favorit, auch der Üetliberg, Am Wochenende gehen wir manchmal auf den Üetliberg oder in den Zoo.

      Was ich mir von Zürich wünsche

      Ich wünsche mir die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger bei der Abstimmung, damit wir unsere Züri City Card bekommen und nicht so "unbekannt" bleiben.

      übersetzt vom Spanischen ins Deutsche